Projekt Stonehenge

Dieser Sommer verabschiedet sich noch mit einem kleinen Gartenprojekt, mit dem wir die ehemalige Bauzufahrt unseres Friesentempels stilvoll ausfüllen möchten – einem Steingarten.

Hat man mit sowas noch keine Erfahrungen sammeln können, helfen Google, Youtube und Co natürlich ungemein weiter. Allerdings gibt es dort Designs und Bauformen für die verschiedensten Geschmäcker und Platzverhältnisse. Da war erstmal eine Weile Recherche erforderlich.

Daraus resultierend hier mal einige Charakteristika und Bedingungen für ein solches Stein-Monument und dessen Bewuchs:

  • Die Steine sind der Hauptakteur des Steingartens – Bepflanzung sollte daher wohl proportioniert vorhanden und nicht dominierend sein
  • Die Pflanzenwelt ist der eines Gebirges nachempfunden – daher sind hier durchaus trockenheitsverträgliche Exemplare mit wenig Ansprüchen an die Bodenqualität üblich
  • Ein Steingarten sollte idealerweise an einem Gefälle liegen, da die installierten Pflanzen auch wenig Staunässe vertragen und das Wasser somit gut abfließen kann
  • Die Ausrichtung sollte südlich oder südwestlich erfolgen, weil die art-typischen Pflanzen gern massig Sonnenlicht und Wärme erhaschen wollen, was durch die Steine nochmals verstärkt wird

Auch wenn unser Plätzchen speziell hinsichtlich der Ausrichtung nicht ganz die Idealbedingungen erfüllen kann, haben wir uns dort für einen Steingarten entschieden.

Begonnen wurde damit, mit etwas Erdaushub und Proktor zunächst für eine dezente Gebirgslandschaft zu sorgen und die altbekannte Kräuterschnecke als Gipfelbauwerk zu positionieren. Um Stonehenge nun Richtung Rasen sauber einzugrenzen, haben wir noch ein paar zarte Granit-Randsteine als Einfassung gesetzt.

P.S. Ja, der Finger im Bild ist gewollt … künstlerische Freiheit 🙂

Im nächsten Schritt kann man die Landschaft dann etwas feiner modellieren. Hierbei sind noch ein paar Stufen hinzugekommen, damit die Steine dann besseren Halt finden. Auch die Trittplatten zur Kräuterschnecke durften sich unterfüttert mit Splitt bereits dazugesellen.

Eine zweite, leichtere Anhebung ist für den plätschernden Gartenbrunnen in Höhlenoptik vorgesehen:

Nun war das Steine schubsen an der Reihe. Als Steingut kann man die verschiedensten Größen und Formen verwenden. Wir haben von den Schwiegereltern ein nettes Sammelsurium an rundgelutschten Findlingen in verschiedenen Formaten und Farbnouancen erhalten.

Wir hatten zunächst damit begonnen, die größten Exemplare grob auf der Fläche zu platzieren. Für manch einen ist vielleicht auch eine vorher angefertigte Skizze sinnvoll – bei uns war es eher Freestyle 😉

Übrigens: In vielen Ratgebern wird empfohlen, vor dem Setzen der Steine eine Lage Unkrautvlies unterhalb der 10-20 cm dicken Schicht Oberboden zu platzieren. Ich konnte mir jedoch schwer vorstellen, danach noch das Gelände so auszuformen zu können, dass die Steine stabil platziert und leicht eingegraben sind – daher hab ich das Vlies einfach weg gelassen und potentielle Unkraut-Stellen später mit kleinen Steinen und Splitt befüllt.

Sind die größeren Steine platziert, macht man mit den nächstkleineren weiter. Wichtig ist hierbei, ausreichend Platz für die Bepflanzungen zu lassen. Um die Verteilung der Pflanzen gut im Blick zu haben, habe ich dort temporär Heringe mit kleinen Fähnchen in den Boden geflanscht.

Zwischen den Felsen haben wir nun „flussartig“ etwas Platz gelassen, der dann mit kleinen Buntkieseln (16-32mm) ausgefüllt wurde. Ebenso wie die Freiflächen im Tal, die seichte Ähnlichkeit zu japanischen Zen-Gärten ausweisen, wobei man hierfür kleinere Kiesel nehmen müsste.

Herausgekommen ist ein durchaus dominantes Stein-Arrangement, das sein rundes Gesamtbild aber erst bekommt, wenn nächstes Frühjahr die Bepflanzung erfolgt ist und der Efeu die dahinterliegende Holzwand vereinnahmt hat.

Das Projekt war nicht gerade rückenschonend, aber hatte durchaus etwas kreatives. Sicherlich wird man das eine oder andere mit der Zeit auch mal etwas umarrangieren, aber für dieses Jahr soll es das damit erstmal gewesen sein 🙂

 

 

 

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