Pferdestall

Nach arbeitsreichem Frühjahr war bei uns der Sommer von viel Entspannung und Hängematten-Rumlümmeln geprägt. Ein größeres Projekt gab es allerdings dennoch – die Stallung für unsere 175 Pferdchen zu zimmern. Gemeint sind natürlich die Pferde unter der Haube unseres Familienautos und ein Carport, was es umgibt. So steht das Töfftöff im Sommer hagelsicher und im Winter frostsicher. Außerdem hat man dann immer einen überdachtes Plätzchen für größere Werkelarbeiten.

Der Carport

Wir haben uns aus Platzgründen und wegen bereits ziemlich ausgereizter Grenzbebauung für einen einfaches Flachdach-Carport mit ca. 3 x 5 Metern Spannweite entschieden. Da zwischen Haus und Grundstücksgrenze bei uns auch nur bescheidene 3,20m Abstand liegen, durfte der Carport seitlich auch nicht allzu ausladend sein. Wir sind daher bei einem relativ simplen Modell der Firma Carport-Discount hängengeblieben.

In puncto Ausstattung und Qualität wollten wir natürlich nicht geizen:

  • alle Bauteile sind aus kesseldruckimprägniertem Fichtenholz
  • stabile Pfosten mit 11cm Durchmesser
  • die Dacheindeckung ist vollverzinktes Stahltrapezblech mit unterspannter Fliesbeschichtung (verhindert das Herabtropfen von Kondenzwasser) [aufpreispflichtig]
  • mitgelieferte Entwässerung mit Sichtblende aus Holz [aufpreispflichtig]

Zusätzlich hätte man noch Seitenwände aus Holz sowie Dachzierblenden aus Schiefer nehmen können – kann man aber auch sein lassen 😉

Bei der Anlieferung hat uns – speziell gegenüber dem Pavillon – aber dann doch erstaunt, wie wenig Holz man doch für ganz schön viel Geld bekommt 🙁

Was wir leider erst bei der Lieferung schmerzlich erfahren mussten ist, dass einige Pfosten sichtbar verzogen waren, was uns eine maßgetreue Montage deutlich erschwerte, teils unmöglich machte.

Der Aufbau

Wie schon beim Pavillon, konnte ich auch beim Carport wieder auf die treue Hilfe meines Nachbarn Steffen setzen – muchos gracias dafür! Im Gegensatz zur Qualität einiger Holzteile war die Aufbauanleitung einwandfrei und sämtliche Schrauben, Nägel etc. waren in ausreichender Anzahl und in guter Qualität vorhanden. So kamen wir beim Aufbau recht flott voran.

Lediglich die Dachkonstruktion forderte einige Kompromisse, da durch die verzogenen Holzteile das gesamte Gerüst nicht 100%ig rechteckig war und wir durch unsere Hauswand die dortige seitliche Blende nicht anbringen konnten/brauchten. Das hatte zur Folge, dass das Dach nicht komplett abschließt. Wir haben in MacGyver-Manier jedoch die Blende für eine temporäre „Überdachung“ für die Lücke zwischen Dach und Hauswand genutzt. Da kommt dann bestimmt irgendwann mal etwas maß-genaues hin 😉

Nachträgliches Pimpen & Elektrik

Die Naturholzfarbe passte so garnicht zu unserem Friedhäusle. Daher haben wir dem gesamten Unterschlupf wie damals auch schon dem Pavillon einen schneeweißen Anstrich verliehen:

Nach dem Aufbau mussten wir feststellen, dass der Carport konstruktionsbedingt zu den Seiten hin doch relativ instabil ist. Kurzerhand haben wir daher aus dem Baumarkt noch einige Querbalken geholt, mit der die Sache nun mehr Stabilität und auch gleich eine bessere Optik bekommen hat:

Nun musste der Pferdestall noch beleuchtet werden. Schwiegerpapa hat hier wunschgemäß einen Bewegungsmelder installiert, der bei verdächtigen Aktivitäten drei Vintage-Wandleuchten zum erstrahlen bringt…

Um den Carport zuweilen auch als Arbeitsfläche zu nutzen, sind zudem noch zwei wenig hübsche, aber dafür äußerst zweckmäßige LED-Röhren hinzugekommen, die bei Bedarf per Schalter zum Leben erwachen.

Um dem Gebilde nun noch einen gewissen Charme zu verleihen, haben wir an den Frontpfosten noch die gleichen Laternen montiert, wie im Pavillon. Die haben überhaupt keine Funktion, sehen aber trés chic aus.

Kosten & Aufwand

Zum Abschluss noch eine Übersicht der Kosten & Aufwände für alle, die selbst auch einen Carport planen.

  • Carport – Kosten: 1.300€ (mit o.g. Ausstattung und Versand); Aufbauzeit: ca. 5 Stunden
  • Zusatzholzteile: 50€; Zusägen und Anbauen: ca. 1 Stunde
  • Lackierung (Isoliergrund und Deckfarbe): ca. 120€; Arbeitszeit: 4 Stunden
  • Lampen, Elektrik, Deko: ca. 200€; Installation ca. 5 Stunden
  • GESAMT: ca. 1.700 Euro Kosten und 15 Stunden Arbeit
Fazit

Wir haben mit dem Carport einen zweckgemäßen, aber günstigen Unterschlupf für unser Auto geschaffen. In puncto Qualität stehen hier gute Komponenten (Dach, Beschläge) leider teils mangelbehafteten Holzbauteilen gegenüber, so dass wir den Hersteller nur bedingt empfehlen können. Dennoch haben wir mit einigen Kniffen ein charmantes Bauwerk geschaffen, dass sich gut in die Friesenhausoptik einfügt.

Ob einem für sein Autochen nun ein noch günstigerer, einfacherer Carport für 500 Euro genügt oder man eine Fertiggarage für 10.000€+ oder gar eine massive, gedämmte Einzelgarage für 20.000€+ haben möchte, muss jeder nach seinen Bedürfnissen und  Geldbeutel für sich selbst entscheiden. Unsere Pferdchen haben nun aber endlich ein Dach über dem Scheitel.

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