Hoch ins Beet!

„Wie toll wäre es doch, im Sommer ein paar frische Erdbeeren aus dem eigenen Garten zu ernten!“ – schallt es beim Hasen und mir öfter mal durch’s Friesenhaus. Nun gibt’s verschiedene Varianten, dieses fruchtige Vorhaben im heimischen Garten zu realisieren. Die einfachste: Boden auf – Erdbeerpflanzen rein – gießen – fertsch! Nachteil dieser durchaus pragmatischen Variante ist, dass man bei Pflege und Ernte wenig rückenschonend auf dem Boden herumkrabbeln muss. Dann gibt’s da noch ziemlich unhübsch daherkommende Kunststoffbehälter, in denen man dann schon etwas rückenschonender agieren könnte. Die ideale Lösung für gesundes Gärtnern sind aber teuer zu erwerbende Hochbeete mit mind. 80-90cm Arbeitshöhe. Ganz schick finden wir hier sog. Gabione. Das sind mit dekorativen Steinen gefüllte Metallkäfige, die als Umrandung und Stütze für das Hochbeet dienen. Leider sind derartige Hochbeete mit 600 Euro (inkl. Füllung) einfach mal viel zu teuer für ein paar läppische Erdbeeren im Jahr. Und dann gibt es da noch eine pragmatische und gleichermaßen kostengünstige Lösung: Hochbeete aus Europaletten.

Wenn man so eine – zugegeben recht rustikale – Hochbeet-Variante mag, kann man bei der Suchmaschine des Vertrauens hierzu zahlreiche Aufbauanleitungen erstöbern. Die zeigen, wie durch geschicktes Verbinden von vier Europaletten ein dekoratives Hochbeet entsteht. Das wollten wir zunächst ebenso praktizieren. Wie es der Zufall wollte, wurden kürzlich unsere Heckenpflanzen auf zwei Europaletten-Böden mit Holzverschalung geliefert:

Damit ließ sich nun ebenso kostengünstig (ca. 50€ pro Beet) und mit wenigen Schritten ein recht dekoratives und zugleich zweckgemäßes Hochbeet basteln. Doch seht selbst…

1. Grundierung und Lasur auftragen

Auch wenn eine Hochbeet-Lösung aus dürrem Sperrholz sicherlich keine Ewigkeit halten wird, lässt sich mit etwas Holzzschutz durchaus die Lebensdauer verlängern. Hierzu haben wir erstmal großzügig Grundierung aufgetragen. Veredelt wurde das ganze dann mit Holzlasur in stilvoller Nussbaum-Optik…

P.S. Floppy erhielt versehentlich auch gleich einen nussbraunen Anstrich 😉

2. Holzverbindungen verstärken

Damit die zarten Bretter der Palette nicht unter der seitlichen Last der Blumenerde zusammenbrechen, haben wir diese dann noch mit handelsüblichen Winkeln aus dem Baumarkt verstärkt. 

Idealerweise sollte das natürlich unsichtbar an den Innenseiten erfolgen. Leider war das bei unserem Gestell konstruktionsbedingt nur von außen möglich.

3. Wände beplanken

Nun wäre es ja irgendwie ungünstig, wenn von oben befüllte Erde gleich wieder seitlich aus dem Hochbeet entfleucht. Abhilfe schafft hier eine stabile Teichfolie, die an sämtlichen Innenseiten festgetackert wird…

Da für ein Hochbeet eher kleinere Mengen an Folie benötigt werden, kann man diese als Meterware in jedem gut ausstaffierten Baumarkt ergattern. Wir kamen für zwei Kästen mit 5×2 Metern ziemlich genau hin.

Auf dem Boden haben wir übrigens noch ein Kanickeldrahtgeflecht ausgegelegt, damit sich Maulwürfe, Ratten oder anderes Getier nicht den Weg zum Hochbeet hochbahnen kann.

4. Aufstellfläche herstellen

Zum Aufstellen des Hochbeets sollte der Boden darunter zunächst halbwegs eingeebnet werden. Auf den Einsatz einer Rüttelplatte wie beim Wege- und Terrassenbau kann man dabei getrost verzichten 😉

Grundsätzlich sollte vermieden werden, dass das Holz direkt auf dem (zuweilen feuchten) Boden aufliegt, um der Gammelei keine Chance zu geben. Wir haben hierzu einfach einige übrig gebliebene Klinkersteinchen unterhalb des Hochbeets postiert.

5. Hochbeet befüllen

Der Holzkasten ist nun erstmal fertig…

Bevor es jedoch mit der Bepflanzung losgehen kann, muss muss das Hochbeet nun befüllt werden. Streng nach Lehrbuch sollte das wie folgt passieren:

Das meiste davon fällt sowieso im Garten an. Wenn man gerade keine Blumenerde parat hat, kann man mit 50l-Säcken aus dem Baumarkt des Vertrauens aufstocken. 10 Säcke Bluemenerde pro Hochbeet kann man bei der Größe (ca. 100x120cm) durchaus einplanen.

Last but noch least kommen nun die Setzlinge in den Boden. Bei Erdbeeren empfiehlt sich, einen Abstand von 40cm zwischen den Pflanzen einzuhalten, so dass nun 18 Erdbeersträucher bitte Golfball-dicke Früchte entwickeln mögen 🙂

Übrigens: Durch clevere Biologische Prozesse sackt das Hochbeet nun jährlich um einige Zentimeter ab und muss von oben regelmäßig mit Blumenerde aufgestockt werden. Alle 6-7 Jahre sollte das gute Stück dann komplett neu nach dem o.g. Schema befüllt werden – falls es nicht bis dahin eh schon durchgegammelt ist 😉

 

 

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