Bau-Zusatzkosten

Elektroinstallation

Auch wenn im Hauspreis bereits eine Pauschale für die Elektroinstallationen enthalten ist, ist diese in nahezu 100% der Fälle nicht ausreichend. Das beginnt bereits bei der knapp kalkulierten Anzahl der Auslässe, Steckdosen und Lichtschalter. Aber auch Themen wie Bewegungssensoren, Dimmer und Strom für Außenanlagen (Garage, Carport, el. Gartentor, Terrasse) sind dort meist noch nicht mit einkalkuliert.

Kostenpunkt: ca. 2.000€ – 4.000€


Boden- und Malerarbeiten

Ähnlich wie bei den Elektro-Zusatzkosten, sind auch Bodenbeläge der Wahl noch nicht oder völlig unzureichend im Leistungspreis des Hauses enthalten und werden meist erst in der Bauphase konkretisiert und preislich entsprechend nach oben hin angepasst. In den Bauleistungsbeschreibungen sind oft nur Fliesen für bestimmte Räume (Sanitär, Küche, HWR und ggf. Flur) mit einem Materialwert von 20-30€/m² enthalten. Möchte man weitere Räume verfliesen oder teurere Fliesen verbaut haben, klingelt die Kasse bei Bauträger und Fliesenleger. Ebenso benötigen die restlichen Räume einen anständigen Bodenbelag (Estrich allein macht auf Dauer nicht glücklich!). Ganz gut ist man hier mit Parkett, Laminat oder Teppich aufgestellt. Und dann gibt’s ja da noch Wände und Decken, die neben einer Tapete verschiedener Arten und Qualitäten auch einen Anstrich benötigen. Selbst wenn man einige dieser Aktivitäten in Eigenregie leistet, so sind auch die Materialkosten nicht zu unterschätzen. Ist zudem „Schnickschnack“ wie Bordüren oder Stuckatur gewünscht, muss man das auch noch mit einbeziehen.

Kostenpunkt: ca. 7.000 – 15.000€ 


Spachtelarbeiten

Was wir bei unserem Bauträger schmerzlich lernen mussten, ist die Tatsache, dass Spachtelarbeiten der Decken nicht mit im Hauspreis enthalten sind. Soll heißen, dass sämtliche Deckenplatten hübsch aneinandergereiht verbaut werden, aber die zum Malern und Tapezieren erforderlichen Spachtelarbeiten entweder vom Maler selbst ausgeführt oder beim Bauträger nochmal zusätzlich gelöhnt werden müssen.

Eine weiterere potentielle Kostenfalle ist die Qualität der Spachtelarbeiten der Wände. In aller Regel werden die Arbeiten nach BLB nur in Qualitätsstufe Q2 ausgeführt, was bedeutet, dass die Verspachtelung nur „tapezierfertig“ ist und auch das eigentlich nur für die good old Rauhfasertapete. Wer also beispielsweise moderne Vliestapete an der Wand haben möchte oder gleich den verputzten Wänden einen Farbanstrich verpassen will, muss nochmal tief in die Tasche greifen. Für letzteres müssen die Wände mehrfach gefilzt und geglättet werden. Dies erspart aber wiederum einen Teil der o.g. Kosten für den Maler, da die Tapezierarbeiten entfallen.

Kostenpunkt: ca. 4.000 – 5.000€ 


Sanitär

Auch beim Thema Sanitär stellt sich spätestens bei der Vor-Ort-Bemusterung beim Anbieter heraus, dass hier noch ganz viel Spielraum für Zusatzkosten ist. Die versteckten Kosten liegen hier in Detail, wie die folgenden Beispiele veranschaulichen sollen:

  • Höherwertiges Waschbecken, Badewanne oder WC
  • Andere Amaturen für Waschbecken, Dusche oder Badewanne als im Standard
  • Duschabtrennung in bestimmten Optiken oder mit anderen Eigenschaften (z.B. niedriger Schiene im Einstiegsbereich)
  • Erhöhung WC-Becken
  • Andere WC-Taster als im Standard
  • Anpassung der Dimension des Außenwasserhahns von 0,5″ auf 0,75″ (sehr empfehlenswert für größere Gärten)
  • Eckmontageset für das WC-Becken
  • etc.

Die kundigen Sanitärfachleute nutzen aber auch die Gelegenheit, um den Bauherren anderweitige, zumeist kostenintensive Produkte oder Dienstleistungen anzubieten:

  • Enthärtungsanlage für kalkhaltiges Wasser (2.300€)
  • Abscheider mit Magnetfilter für die Heizungsanlage, damit keine Partikelchen in die Heizungsrohre gelangen (200€)
  • Garantieverlängerung für die Heizungsanlage (200€)

Wie sinnvoll diese Zusatzleistungen sind, muss natürlich jeder für sich selbst bewerten. Dem entsprechend differiert hier das Spektrum der Zusatzkosten sehr stark.

Kostenpunkt: ca. 500€ – 6.000€


Innentüren

Ein nicht zu unterschätzendes Thema sind die Innentüren und deren Beschläge (Drückergarnituren). Im Idealfall hat man sich bei der Bemusterung mit der Hausbaufirma bereits die passenden Türen und Klinken ausgesucht, so dass diese bereits im Hauspreis mit einkalkuliert sind. Nichts desto trotz werden die Bauherren im Zuge der Bauarbeiten auch die Innenausbaufirma nochmals kontaktiert, um eine größere Auswahl an Türen und Beschlägen zu bemustern. Verfällt man dann doch etwas „schöneren“ Elementen, als im Standard vorgegeben, muss man hier nochmal mit einer durchaus nennenswerten Kostennote rechnen.

Kostenpunkt: 0€ bis 3.000€


Küche

Illustration der Küche

Die liebe Küche – für die Einen reines Funktionselement, für andere gern auch mal Statussymbol – aber im Grunde eigentlich immer der Mittelpunkt des Familienlebens. Sie wird für ein Einfamilienhaus akribisch geplant und teuer bezahlt. Aufgrund der immensen Anschaffungskosten soll sie also hier nicht unerwähnt bleiben. Je nach Optik, Materialauswahl und Größe sowie Austattung und Marken der Elektrogeräte kann sie locker den Wert eines Kleinwagens erreichen.

Hinweis: Die Küche wird bei einer Immobilienfinanzierung nicht mit berücksichtigt, da sie unverständlicherweise als bewegliches Inventar gilt. Sie muss daher aus dem Eigenkapital erbracht werden.

Kostenpunkt: ca. 8.000€ – 12.000€ (inkl. Elektrogeräten)


Alle gemachten Angaben sind eigene Erfahrungswerte oder basieren auf denen von Freunden und Bekannten. Die Angaben sind ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit.