Unser Grundstück

Da ist es nun – unser Grundstück – das eigene Fleckchen Erde, das für die nächsten Dekaden der Mittelpunkt unseres Daseins sein wird *schnief*:

Luftbild [anonymisiert] ©2015 Vermessungsbüro Kracke und Müller
Luftbild [anonymisiert] ©2015 Vermessungsbüro Kracke und Müller

Das Areal hat eine Grundfläche von 925m², verbreitert sich nach hinten von knapp 19 auf 25 Meter und hat ein Gefälle von ca. 0,5 Metern über die gesamte Länge und selbiges auch über die Breite. Die Gefälle mussten bei der Hausplanung dann entsprechend berücksichtigt werden.

Auch Vegetation war bis kurz vor Baubeginn reichlich vorhanden und diese konnte vielfältiger kaum sein. Von kleinem Busch- und Strauchwerk (Knallerbsen, Flieder,…) über einige Tannen und Fichten, Pflaumen- und Walnussbäume, bis hin zu riesigen „Ahörnern“, Buchen und einer Robinie ist wirklich alles vertreten. Auch eine breite, sich über große Teile der Grundstücksflanke ziehende Eibenhecke begehrt einen Platz an der Sonne. Wir möchten mit unserem Grundstück natürlich auch einen Beitrag zum waldigen Ortscharakter leisten, dennoch mussten für das Friesenhäuschen einige Bäume weichen. Hierzu hatten wir zusammen mit dem Bauantrag eine Fällgenehmigung für die betreffenden Bäume beantragt. Jede Gemeinde hat meist ihre eigene Baumschutzsatzung, die festlegt, welche Baumsorten unter welchen Bedingungen und sogar zur welcher Zeit gefällt werden dürfen *hurra*. In unserem Fall waren allerdings keine besonders schutzbedürftigen Baumsorten betroffen und eine Fällung innerhalb der künftigen Grundfläche des Hauses sowie bis zu 4 Meter daran angrenzend wurde problemlos genehmigt. Wir müssen hierfür später allerdings Ersatzpflanzungen vornehmen.

Grundstück Bild 2 Grundstück Bild 1

Grundstück Bild 3 Grundstück Bild 4

Angrenzende Straßen / Straßenzustand

Als Eckgrundstück zwischen einer wenig und einer noch weniger befahrenen Anliegerstraße gelegen, erwartet uns hier hoffentlich ein ruhiges und idyllisches Wohnen. Es schadet nicht, ein Grundstück vor dem Kauf mal zur Hauptverkehrszeit zu besuchen, um einen Eindruck zu erhaschen, wie laut es schlimmstenfalls werden kann. Außerdem sollte man sich informieren, ob in naher Zukunft evtl. größere Bauprojekte in der Gegend stattfinden, wodurch sich das Verkehrsaufkommen nochmal erhöhen kann (z.B. ein neues Wohngebiet).

Diese erfreulich ruhigen Straßen sind bei uns aber leider auch unerfreulich schlecht ausgebaute Straßen. Während die eine mit charmantem, aber nicht ganz flüsterleisem Kopfsteinpflaster aufwartet, ist die andere Straße ein sandiger Kandidat für eine geplante Straßensanierung in den kommenden Jahren. Dies sollte man immer bereits beim Kauf in Erfahrung bringen und ggf. in der Kaufpreiskalkulation mit berücksichtigen. Auch beim Ausbau von Gehwegen, Entwässerungen und Straßenbeleuchtungen werden die Anwohner gern mal ordentlich zur Kasse gebeten.

Mit einem Eckgrundstück ist neben einer Doppelbelastung bei den erwähnten Straßensanierungen auch ein weiterer Nachteil verbunden: Straßenreinigung und Winterdienst sind durch uns als Anwohner für beide Straßen zu leisten bzw. anteilig zu zahlen. Das „Wohnen an der Ecke“ bringt aber auch Vorteile. So ist eine Seitenflanke des Grundstücks quasi unverbaubar. Speziell in unserem Fall liegt die Eckseite im Süden, so dass kein Nachbarhaus einen wandernden Schatten auf das Paradies werfen kann 😉

Erschließung

Ein wichtiges Thema ist die Erschließung der „Magischen fünf Medien“: Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikation. Bei letzterem sollte man sich auch im Vorhinein Gedanken machen, ob man einen Breitband-Internetzugang benötigt und ob dieser in der Region verfügbar ist. Alle Medien müssen an der anliegenden Straße verfügbar sein. Im Idealfall liegen diese sogar schon auf dem Grundstück (z.B. wenn dieses zuvor bebaut war). Für die Bauphase muss durch die Versorger bereits ein Baustrom- und ein Bauwasseranschluss (kostenpflichtig) bereitgestellt werden.

In unserem Fall lagen die Medien alle straßenseitig am Grundstück an und mussten im Rahmen der Bauaktivitäten von den Versorgern (bzw. deren Subunternehmen) von der Straße bis ins Haus verlegt werden. Sollten bestimmte Medien auf der gegenüberliegenden Straßenseite verlegt sein, muss durch dafür natürlich die Straße für die Erschließung aufgebuddelt und anschließend wieder befestigt werden, was speziell bei breiten und/oder asphaltierten Straßen ganz schön am Budget der Bauherren knabbern kann.

Bodengutachten

Ein Thema wird fälschlicherweise oftmals erst direkt vor Baubeginn in Angriff genommen, das Baugrundgutachten. Hierbei werden durch ein darauf spezialisiertes Geoingenieursbüro in der Regel zwei Bohrungen in dem Bereich vorgenommen, in dem später das Haus platziert werden soll. Grundsätzlich wird durch das Gutachten die Tragfähigkeit des Bodens und die Bodenqualität für das künftige Bauprojekt ermittelt. Bei erkennbaren Mängeln werden dann Maßnahmen empfohlen, um die Bautauglichkeit herzustellen. Im schlimmsten Fall muss wegen Instabilität oder Verseuchung durch Altlasten der Boden komplett ausgetauscht werden, was die Bauherren viel des hart ersparten Zasters kostet. Das kann man sich ersparen, indem man bereits vor dem Grundstückskauf ein Bodengutachten erstellen lässt und sich bei negativem Ergebnis dann lieber weiter auf Grundstückssuche begibt.

Auszug Bodengutachten
Auszug Bodengutachten, ©2015 Geoingenieurbüro Dr. Kossow

Unser Bodengutachten hatte sich glücklicherweise als nahezu problemfrei erwiesen. Unterhalb einer 20-30cm dicken Schicht Mutterboden befindet sich der „good old“ märkische Sand mit hervorragender Tragfähigkeit. Es muss also lediglich der Mutterboden und das Wurzelwerk der besagten „Bäumchen“ entfernt werden. Auch wichtig: Das Regenwasser fließt schnell und gleichmäßig ab. Wir sind also guter Dinge, das der Boden das Friesenhäuschen viele Jahrzehnte lang wacker tragen wird!