Die Grundstückssuche

Wo findet man ein Grundstück?

Bevor es nun auf konkrete Grundstückssuche ging, mussten wir für uns erstmal die Frage klären, wo wir überhaupt die nächsten Jahrzehnte verbringen möchten – und das war zunächst gar nicht so einfach. Fest stand bereits, dass es im Berliner Speckgürtel sein muss und dass unser Bauort eine gute Infrastruktur, wie z.B. Anbindung an das Berliner S-Bahn-Netz sowie nahegelegene Kitas, Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten bieten sollte. Denn trotz der glücklichen Situation, zwei Personenkraftvehikel vor der Tür zu stehen zu haben, muss auch der knuffige Nachwuchs später – zumindest mit dem Fahrrad – schnell und sicher an die Ziele des Alltags kommen. Später kommen die Kids ja auch mal in ein Alter, wo es sie in die großstädtische Club- und Kneipenszene zieht und dann sind sie sicherlich nicht begeistert, wenn der letzte Regio am Samstag schon um 23:07 Uhr Richtung Heimat gurkt 😉 Diese Kriterien grenzten also schonmal die Auswahl der Gemeinden um Berlin stark ein. Nächster Punkt: FLUUUUUGLÄRM. Der liebe Flughafen BER – so er denn mal eröffnen möge – zieht seine Schneisen hauptsächlich um das südliche Berliner Umland. Somit fiel diese Region leider auch flach. Das tat uns besonders Weh, da unsere beiden Familien dort verwurzelt sind und wir gern in deren Nähe gezogen wären. Fazit: Man sollte bei der Grundstückswahl unbedingt beachten, welche Infrastruktur man in der Nähe haben möchte. Mindestens genauso wichtig ist es allerdings, welche man nicht in der Nähe haben möchte (z.B. Autobahnen oder Flughäfen). Natürlich wirken sich diese Faktoren entscheidend auf den Kaufpreis aus.

Wie findet man ein Grundstück?

Wir hatten nun mehrere Gemeinden außerhalb der oben genannten „Tabu“-Zonen durchforstet und entdeckten eines Tages einen Ort, den wir bisher nur von Ortshinweisschildern kannten. Spätestens nach dem Aussteigen im Ortskern stand dann fest – HIER müssen wir das Traumgrundstück finden! Der ganze Ort ist walddurchzogen, von Seen und Tümpeln gesäumt und mit großzügigen Grundstücken nicht „kaputtbewohnt“ – aber er entspricht dennoch unseren genannten Vorstellungen von der Infrastruktur.

Um die Suche für uns aber nicht gar so einfach zu gestalten, hatten wir schon noch bestimmte Anforderungen an des Grundstück. Es musste mindestens 800m² Grundfläche aufweisen, in natürlich gewachsener Siedlungslage liegen (also kein erschlossenes Baufeld) und nach Süden oder Westen ausgerichtet sein – man will auf der Terrasse und im Wohnzimmer wenigstens am Nachmittag ein bissel Licht und Sonne genießen.

Nun konnte es auf die Suche gehen: Der Klassiker ist natürlich, bei einschlägigen Immobilienportalen zu recherchieren – man legt sich ein Suchprofil an und schaut sich dann das – wie wir schnell feststellen mussten – maue Immobilienangebot an. Die wenigen verfügbaren Grundstücke waren oftmals noch mit alten – teils Asbesthaltigen – Gebäuden bebaut (hohe Abriss- und Entsorgungskosten)  oder mit derart vielen Bäumen bewachsen, das man nach dem Kauf gleich eine Ausbildung zum Forstwirt anstreben sollte. Okay, also dann zu Plan B: Kleine Zettelchen basteln mit „Suche Grundstück“ und mit dem Drahtesel Straße für Straße des auserwählten Örtchens abklappern und diese in Briefkästen stopfen oder mangels dessen am Zaun festfriemeln. Diese proaktive Sucherei kostet verdammt viel Zeit, soll sich aber schon für den einen oder anderen gelohnt haben. Für uns leider nicht! Die Rückmeldungen tangierten gegen Null. Übrigens: Wer heute im Internetzeitalter noch auf „Zu verkaufen“-Schilder hofft, wird oftmals enttäuscht, da selbst inserierte Grundstücke vor Ort nicht als diese zu erkennen sind.

Vorsicht ist übrigens bei Grundstücken mit Bauträgerbindung geboten – hier kann das Grundstück nur erworben werden, wenn auch mit Baufirma XY gebaut wird. Da Grundstücks- und Hauserwerb dann in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, darf man dann zudem die Grunderwerbssteuer auf Grundstück und Haus berappen, anstatt nur auf das Grundstück selbst (mehr dazu im Bereich Grundstückskosten).

Wir hatten dann aber doch mal ein Grundstück mit vermeintlich schöner Lage und angemessenem Preis im Visier. Bei der Begehung stellte sich dann heraus, dass aufgrund der Höhenlage des Grundstücks sowie der Hanglage des anliegenden Feldes sich der Wasserstand bei viel Regen mal unangenehm erhöhen könnte – auch ohne Keller. Schade aber auch!

Eine weitere Möglichkeit ein Grundstück zu finden ist direkt über die Kommunen. Entweder auf den Internetseiten der Gemeinden oder durch Anfrage bei den zuständigen Mitarbeitern lassen sich durchaus Grundstücke erstöbern, bei denen bspw. Pachtverträge aufgelöst wurden. Wir hatten dort auch tatsächlich einen potentiellen Kandidaten gefunden und am Bieterverfahren teilgenommen – leider waren wir nicht die Höchstbietenden. Wir hatten hier scheinbar die drastisch steigenden Grundstückspreise des aktuellen Bau-Booms unterschätzt. Die Zeit, das passende Grundstück zu finden, arbeitete nun eindeutig gegen uns! 🙁

Das Grundstück musste uns finden!

Hier konnte uns also tatsächlich nur das Schicksal helfen: Bei einem der stetig zunehmenden Spaziergänge durch unser „Traumörtchen“ stießen wir (an einem Ostersonntag) auf ein recht baumlastiges, aber gut geschnittenes und vor allem super gelegenes Grundstück in der Nähe eines kleinen Sees. Wir standen davor und dachten uns „Das ist bestimmt nicht zu verkaufen“:

Grundstücksfront

Da vor dem Nachbargrundstück gerade einige Leute schnackten, wollten wir sie einfach mal ansprechen, ob sie nicht den Besitzer kennen. Unter den Leuten waren Herr H. und Frau H. (beide unterschiedlichen Nachnamens und nicht miteinander leiert). Herr H. meinte sinngemäß zu uns, dass er sämtliche dieser Grundstücke geerbt hätte und verkaufen möchte. Die Dame neben ihm wäre übrigens Frau H., seine Maklerin hierfür. Sollte das tatsächlich unsere Chance auf ein Grundstück sein? Wir blieben also in Kontakt – auch wenn wir zwischenzeitlich immer mal andere Grundstücke angeschaut hatten, so waren wir in dieses „Paradies-Grundstück“ – wie wir es fortan nannten – irgendwie verliebt. Es sollte uns aber nicht so leicht in den Schoß purzeln. Das besagte „Erbstück“ musste auf höchst bürokratischem Wege erstmal in den offiziellen Besitz von Herr H. gelangen. Das dauerte sage und schreibe über ein Jahr und hat bei uns zwischenzeitlich durchaus mal die Frage aufgeworfen, ob es das wirklich sein soll. Aber das Bauchgefühl sagte OH, JAAA! Und im Herbst 2015 war es dann soweit – das Erbe war geklärt und das große Grundstück des Herr H. konnte in handlichere, EFH-taugliche Häppchen geteilt werden. Nachdem Herr H. über das Vermessungsbüro die Teilung vorgenehmen konnte, war dieses eigens für uns vermessene 925m² große Fleckchen Erde bereit zum Verkauf. Freundlicherweise hatte sich Herr H. bereiterklärt, das Grundstück auf eigene Kosten von den Bäumen zu befreien, die wir nicht mehr haben möchten.

Wie es dann weiterging, haben wir im Grundstücks-Blog dokumentiert. Infos und Bilder zum Grundstück selbst gibt’s im Bereich Unser Grundstück.