Friesen…was?

Was ist überhaupt ein Friesenhaus?

Wir werfen auf auf unserem kleinen Blog überall und gnadenlos mit dem „F-Wort“  um uns, ohne bisher erklärt zu haben, was ein Friesenhaus überhaupt ist. An dieser Stelle nun ein Versuch der Aufklärung:

Es handelt sich dabei im Prinzip um ein normales 1,5-Geschossiges Einfamilienhaus, das mit einigen optischen und praktischen Stilelementen zu einem Haus im norddeutschen Stil aufgemotzt wird. Speziell an der Nordsee ist diese Bauform sehr beliebt und füllt dort teils ganze Siedlungen.

Exterieur

Prägnantestes Merkmal der Formgebung des modernen Friesenhauses ist ein Spitzgiebel, hingebungsvoll auch Friesengiebel genannt, der zentral die Front des Hauses ziert. Manche Häuser gönnen sich dieses Stilelement zusätzlich auch auf der Rückseite.

Des Weiteren ist das Friesenhaus mit in aller Regel rotem Klinkerstein umhüllt. Die salzhaltige Luft und das raue Nordsee-Klima erfordern eben diese widerstandsfähige Fassade. Die Türen und Fenster sind zudem mit geraden oder abgerundeten, verklinkerten Stichbögen versehen.

Typisch für diesen Baustil sind die kleinen Fenster an der Hausfront und generell die Tatsache, dass sämtliche Fenster und Terrassentüren in Sprossenoptik gehalten sind. Auch eine große, einladende Doppelhaustür mit bogenförmigem Oberlicht gehört zu den Highlights der Friesen-Kultur. Zu den weiteren Merkmalen zählen weiß, grün oder braun gehaltene Türen und Fenster sowie Dachgrate und -traufen. Viele Friesenhäuschen sind zudem mit so genannten „Giebelohren“ bestückt – quasi eine verklinkerte Abrundung zwischen Traufe und Hauswand mit entsprechend abgerundeter Dachrinne. Die „Lauscherchen“ waren uns dann aber doch ein zu teures Feature.

Interieur

Für das Interieur gibt es im Prinzip keinerlei Vorgaben. Ein von außen klassisch gehaltenes Friesenhaus kann innen durchaus hochmodern eingerichtet sein. Dennoch gibt es auch Stilelemente für das Interieur, die gut zum nordischen Charakter dieses Baustils passen. Für uns sind das beispielsweise ebenfalls weiß gehaltene Innentüren im Landhausstil sowie eine weiße Geschosstreppe aus Holz. Für den rustikaleren Stil lässt sich bspw. auch ganz gut mit Stuck arbeiten. Im Endeffekt obliegt es aber jedem selbst, wie er sich in seinem Häusle wohlfühlt.

Warum bauen wir ein Friesenhaus?

Was hat uns nun geritten, so fernab der Nordsee ein Friesenhaus zu bauen? Nun, wir sind beide im Herzen ziemlich nordisch angehaucht und möchten mit einem Friesenhaus ein paar Schippen Nordsee-Flair in die Sandwüste Brandenburgs holen. Die Gemütlichkeit und nordische Gelassenheit dieses Hauses soll uns ein bissel vom hektischen Alltagstrott herunterbringen. Dazu gehört zum Beispiel, im Winter ein Kaminfeuerchen zu entzünden oder im Sommer in der Hängematte baumelnd den Blick auf das Häuschen zu genießen. Auch wenn der Trend aktueller Einfamilienhäuser eher bei geräumigen Stadtvillen oder ebenerdigen Bungalows liegt, bringt ein klassisches Einfamilienhaus mit massiv-nordischem Charakter unserer Meinung nach durchaus auch eine Bereicherung des Ortsbildes. Kurz: WE LOVE IT! 🙂